Spieltag 14
Walldorf hat Hummetroths Mentalität nichts entgegenzusetzen
Hessenliga-Match aber bis zum Schluss spannend, ehe 40-Meter-Schuss die Entscheidung bringt +++ Erleichterung beim SV Hummetroth, während Serie von RW Walldorf endet
Erbach. Silas Zehnder war am Samstag zwar noch 40 Meter vom Tor entfernt. Und doch schoss der Fußballer vom Hessenligisten SV Hummetroth. Das Tor des SV Rot-Weiß Walldorf war in der fünften Minute der Nachspielzeit nämlich unbewacht, da sein eigentlicher Hüter, Max Grün, gerade mitstürmte – in der Hoffnung, vielleicht doch noch den Ausgleichstreffer erzwingen zu können. Aber Zehnder schoss und traf, der SVH gewann mit 3:1 (0:0). Wie kam es, dass die Odenwälder nach der torlosen ersten Halbzeit erstmals nach drei sieglosen Spielen wieder gewonnen haben? „Dass wir Mentalität gezeigt haben, dass wir uns gegen eine Niederlage oder auch ein Unentschieden gestemmt haben“, erklärte SVH-Vorsitzender Stefano Trizzino. Das Team um Trainer Aytac Sulu habe lange vermisste Tugenden wie mannschaftliche Geschlossenheit und Kampfbereitschaft auf den Platz gebracht.
Walldorfer können nicht an Coup in Eddersheim anknüpfen
Die Walldorfer indes, nach fünf Spielen ohne Niederlage mal wieder Verlierer, „haben kein gutes Spiel gezeigt“, sagte Taner Yalcin aus dem RWW-Trainerduo mit Sascha Volk. Die Aggressivität in den Zweikämpfen, auch die Zielstrebigkeit, die den SV Rot-Weiß zuletzt beim Coup gegen Eddersheim (2:1) ausgezeichnet hatte, ließen die Gäste über die komplette Spielzeit vermissen. Dies auch schon in der ersten Halbzeit, als sie mit ihrem Ballbesitz-Fußball zwar Kontrolle über das Spielgeschehen hatten. Aber bis auf eine Chance von Eduard Zhakishev, dessen Flachschuss in der elften Minute SVH-Torhüter Carl Jakob Leonhard aus dem Eck fischte, kam nichts dabei heraus. Über lange Phasen schoben sich die Rot-Weißen nur uninspiriert den Ball zu.
Nach der Pause sahen sie sich einer Hummetrother Elf gegenüber, die im Anlaufen viel aggressiver auf den Ball ging. Trizzino sah aber schon im ersten Durchgang einen kompakten SVH, bei dem der erfahrene Danny Klein auf der rechten Verteidigerseite spielte. Außerdem hob der Vorsitzende den quirligen Lian Akkus Rodriguez im offensiven Mittelfeld hervor, der viel Dynamik in die Offensive brachte. Und der den Strafstoß erwirkte, der dem SVH das Führungstor brachte (59.). Akkus Rodriguez, von Joshua Fröls nur noch mit einem elfmeterreifen Foul zu stoppen, schoss den Strafstoß auch selbst.
Diese Hummetrother Führung hatte sich angedeutet, da die Sulu-Elf ihren Gegner mehrmals in die Bredouille gebracht hatte. Da wurde ein Schuss im letzten Moment abgeblockt, da klatschte den Ball an die Latte, da scheiterte Kani Yildirimoglu an Torhüter Grün. Yalcin indes sagte: „Wir hatten heute nicht die Dominanz, die wir uns erhofft hatten.“ Abgesehen von der Zhakishev-Chance erspielte sich der SV Rot-Weiß weiter Tormöglichkeiten, ohne jedoch wirklich zwingend zu sein. Selbst bei mehreren Schüssen von der Strafraumgrenze, da die Walldorfer unbedrängt abschließen konnten, brachten sie keine Torgefahr zustande.
In der 76. Minute strich ein 20-Meter-Freistoß des eingewechselten RWW-Stürmers Luca Kaiser knapp über die Latte. Im Gegenzug tauchte Ivan Knezevic frei vorm Walldorfer Tor auf und traf zum 2:0 (77.). Das Strafstoßtor Kaisers zum 2:1, nachdem Cian-Nam Banh von Mateus Henrique Morais Dias gefoult worden war, brachte Rot-Weiß in der Schlussminute ein Fünkchen Hoffnung auf einen Punktgewinn. Bis Zehnder das leere Walldorfer Tor traf.
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