
Spieltag 1
SV Hummetroth gelingt Hessenliga-Start nach Maß
Erbach. Gleich dreimal schallte die Odenwald-Hymne „Mir sin die Ourewäller“ durch den Erbacher Sportpark. Mehr als 700 Zuschauer sahen ein souveränen 3:0-Auftaktsieg für den SV Hummetroth gegen den FC Gießen. Gleichbedeutend mit der Tabellenführung in der Hessenliga für den Odenwald-Klub.
Eigentlich könnte sich Stefano Trizzino also am Ziel seiner Träume wähnen. Schließlich ist der Deutsch-Sizilianer vor acht Jahren angetreten, um den kleinen Höchster Ortsteil-Verein bis in die Hessenliga zu führen. Gesagt, getan. 36 Jahren nach dem FC Erbach kehrte damit wieder ein Odenwälder Klub auf Hessens höchste Fußballbühne. „Es hat alles gepasst, es war ein schöner Tag“, bilanzierte der SVH-Vorsitzende. Euphorie wollte trotzdem nicht aufkommen.
Unzufriedene Spieler, eine mehrstündige Krisensitzung und nicht zuletzt die Organisation am neuen Spielort in Erbach – kräftezehrend war die vergangene Woche nach dem Aus im Hessenpokal gegen Germania Ober-Roden (4:5 nach Elfmeterschießen). Er sei nervös gewesen, verriet Trizzino. Das galt auch für sein Team. „Mit dem Tor hat man dann gesehen, dass wir Fußballspielen können, dann haben wir uns mehr zugetraut“, so Trizzino.
Nicht Last-Minute-Neuzugang Irwin Pfeiffer, sondern Ahmet Dogan erzielte den ersten Treffer für den SV Hummetroth in der Hessenliga (17.). „Hätte mir das wer vorher gesagt, hätte ich das auf jeden Fall so genommen“, freute sich der Torschütze. „Es war ein geiles Spiel.“
Hummetroths Torwart Leonhard pariert Elfmeter
Die Hausherren konnten sich anschließend bei Keeper Carl Leonhard bedanken, der einen Elfmeter von Gießens Kapitän Tolga Duran aus der Ecke kratzte (30.). So ging Hummetroth mit einer Führung in die Pause, in der Coach Artug Özbakir mit zwei Wechseln die zuvor etwas wackelige rechte Seite stabilisierte.
Fünf Minuten nach Wiederanpfiff folgte die Schlüsselszene. Gießens Ali Hüseyin Gün wurde im Sechszehner gefoult. „Den Elfmeter kann man geben“, gab sogar Hummetroth-Chef Trizzino zu. Referee Marius Ullbrich (Düdelsheim) zeigte jedoch Gelb wegen einer Schwalbe. Und da Gün meckerte, folgte der Platzverweis. In Überzahl hatte der SV Hummetroth dann keine Probleme. Der starke Brasilianer Victor Vinicius Silva de Oliveira markierte per Kopf das 2:0 (55.), Nico Struwe ließ acht Minuten später ein weiteres Mal die Odenwälder Hymne erklingen.